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Psychotherapie


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Anlaufstellen für Hilfesuchende

An wen kann ich mich bei psychischen und/oder psychosomatischen Problemen wenden?

Menschen, die an einer psychischen Krankheit leiden, sehen sich zusätzlich zu ihrem Leiden häufig noch mit Ablehnung und Stigmatisierung durch die Gesellschaft konfrontiert. Psychische Störungen sind bei vielen Menschen noch immer mit Zuschreibungen wie "der simuliert doch“ oder "der ist verrückt“ assoziiert. Deshalb ist es für Menschen mit psychischen Problemen schwer, sich selbst und auch anderen die psychischen Probleme einzugestehen. Die Hemmschwelle ist bei psychischen Leiden viel höher als bei körperlichen Erkrankungen. Häufig muss deshalb der Leidensdruck höher sein als bei körperlichen Beschwerden bevor Hilfsangebote in Anspruch genommen werden. Dazu kommt noch eine große Verunsicherung, wo Hilfe erhalten werden kann. Nachfolgend werden mögliche Anlaufstellen aufgeführt, die bei Problemen und Störungen psychischer Art Unterstützung bzw. Behandlung anbieten.

Der Hausarzt:

Grundsätzlich ist in vielen Fällen zunächst zu einer körperlichen Untersuchung zu raten. Dadurch können körperliche Ursachen gefunden werden, die zur Symptomatik führen, bzw. kann ausgeschlossen werden, dass eine körperliche Ursache für die Symptome vorliegt. Darüber hinaus ist der Hausarzt in der Lage, Empfehlungen auszusprechen, wie weiter verfahren werden kann.

Der Facharzt:

Ein Facharzt (z.B. ein Psychiater oder Neurologe) ist in der Lage, eine genaue Diagnostik durchzuführen, um heraus zu finden, welche psychische Störung vorliegt und wie diese behandelt werden kann. Darüber hinaus ist der Facharzt in der Lage, notwendige Medikamente zu verschreiben.

Beratungsstellen:

Psychologische/psychosoziale Beratungsstellen bieten Unterstützung bei Krisen. Dabei sind häufig die Schwerpunkte auf Ehe/Partnerschaft, Erziehung und Lebenshilfe gesetzt. Es gibt aber auch Beratungsstellen mit einem ganz speziellen Schwerpunkt, z.B. Krebs, Fehl-/Totgeburten, Trauerbegleitung. In Beratungsstellen arbeiten hauptsächlich Psychologen, Psychotherapeuten und Sozialpädagogen. 

Bei einem Termin in einer Beratungsstelle kann in einem ersten Gespräch geklärt werden, ob die Beratungsstelle in der jeweiligen Situation der richtige Ansprechpartner ist bzw. Empfehlungen bezüglich weiterer Anlaufpunkte geben. In psychologischen/psychosozialen Beratungsstellen gilt wie bei Ärzten auch eine Schweigepflicht.

Stationäre Angebote:

Es gibt viele Situationen, in denen die stationäre Aufnahme in einer Fachklinik sinnvoll bzw. unumgänglich ist (z.B. Substanzabhängigkeit, Essstörungen, Depressionen). Dabei gibt es psychosomatische Fachkliniken mit einem eher breiten Behandlungsspektrum und Fachkliniken mit ganz speziellen Behandlungsschwerpunkten. Fachkliniken lassen sich über Suchmaschinen im Internet leicht ausfindig machen.

Checkliste der Bundespsychotherapeutenkammer, Berlin: 

Selbsthilfegruppen:

Eine Selbsthilfegruppe ist in erster Linie eine Plattform für Betroffene. Dabei werden Menschen, die unter den gleichen Problemen leiden, zusammengeführt, um sich gegenseitig auszutauschen. Durch den Gruppenaustausch können die Problemlösefähigkeiten des Einzelnen gestärkt werden und Selbsthilfemöglichkeiten gefördert werden. Durch die gegenseitige Unterstützung der Gruppenmitglieder erfährt der Einzelne sozialen Rückhalt, den er möglicherweise in seinem Umfeld nicht in gleicher Form erhalten kann. 

Besonders auch in der Unterstützung von Angehörigen haben sich Selbsthilfegruppen sehr bewährt. Es gibt Selbsthilfegruppen für die verschiedensten Problemfelder, durch das Internet lassen sich entsprechende Selbsthilfegruppen in Wohnortnähe leicht ausfindig machen.

Psychotherapeuten:

In Deutschland arbeiten in eigener Praxis ca. 18.500 psychologische und ärztliche Psychotherapeuten. Das Angebot einer ambulanten Psychotherapie nehmen etwa 300.000 Patienten im Jahr wahr. Als gesetzlich versicherter Patient hat man die Möglichkeit, fünf von der Krankenkasse übernommene Probesitzungen bei einem Psychotherapeuten einer Therapierichtung wahrzunehmen. 

Passen Patient und Therapeut zusammen ("stimmt die Chemie" und beide können sich eine gemeinsame Arbeit vorstellen), kann der Therapeut einen Antrag bei der Krankenkasse auf Kostenübernahme der Therapie stellen. Voraussetzung dafür ist, dass eine psychische Störung mit Krankheitswert festgestellt wird. Darüber hinaus muss der Therapeut eine Kassenzulassung haben. 

Bei privat versicherten Patienten sind die Regelungen bezüglich der Kostenübernahme nicht einheitlich geregelt. Privat Versicherte sollten sich deshalb bei ihrem Versicherer informieren.

Wenn Sie einen Kontakt zu einem niedergelassenen ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten in Ihrer Nähe aufnehmen möchten, können Sie z.B. über Ihre Krankenkasse passende Ansprechpartner und Kontaktadressen aus ihrer Region erhalten. Mancherorts sind solche Anlaufstellen auch über Psychotherapievermittlungsstellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) verfügbar.

Patientenseiten der BundesPsychotherapeutenKammer (BPtK) hilfreiche Informationen rund um Psychotherapie, psychische Erkrankungen etc.

Poliklinische Psychotherapieambulanz der Universität Osnabrück:

Zu den Aufgaben der Poliklinische Psychotherapieambulanz der Universität Osnabrück gehören Diagnostik und psychotherapeutische Behandlung psychischer Störungen und Probleme bei Erwachsenen und Kindern, Jugendlichen und Familien. Zum Einzugsgebiet unserer Ambulanz gehört die Stadt Osnabrück und das Osnabrücker Land.

Der Sozialpsychiatrische Dienst der Gesundheitsämter:

Der Sozialpsychiatrische Dienst der Gesundheitsämter bietet Gespräche und Beratungen für Menschen mit psychischen Störungen oder in psychischen Krisensituationen. Betroffene wie auch Angehörige können sich an den Sozialpsychiatrischen Dienst wenden. Insbesondere in akuten Krisensituationen mit Selbst- oder Fremdgefährdung können Erkrankte oder Angehörige den Sozialpsychiatrischen Dienst hinzuziehen. Das Beratungsangebot des Sozialpsychiatrischen Dienst steht jedem Hilfesuchenden kostenlos zur Verfügung, die Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht.

Das Internet:

Das Internet bietet den Nutzern die Möglichkeit, einfach und schnell an Informationen zu gelangen. Im Umgang mit dem Internet sollte allerdings folgendes beachtet werden: Jeder kann Informationen durch das Internet bereitstellen, es gibt keine Kontrollinstanz, die Informationen auf ihre Richtigkeit überprüft. Das Internet bietet auch unseriösen Anbietern eine optimale Plattform, Produkte oder Philosophien anzubieten bzw. zu verbreiten. Gerade bei sensiblen Bereichen, wie z.B. körperlichen oder psychischen Erkrankungen, sollten Internetnutzer kritisch sein. Anhaltspunkte zur Bewertung der Qualität und Glaubwürdigkeit einer Internetseite können z.B. sein: wer stellt die Information bereit, wird Werbung auf der Seite eingesetzt, werden die Informationen aktualisiert. 

Das Internet bietet vielfältige Möglichkeiten, kann aber keinesfalls das persönliche Gespräch mit einem Fachmann (z.B. Arzt, Psychotherapeuten) ersetzen.