FB 08

Psychotherapie


Navigation und Suche der Universität Osnabrück


Hauptinhalt

Topinformationen

Behandlung

Die Poliklinische Psychotherapieambulanz bietet ambulante psychotherapeutische Behandlungen für ein breites Spektrum an psychischen Problemen und Störungen an. Unser Angebot richtet sich sowohl an Erwachsene als auch Kinder, Jugendliche und Familien. Die Kosten für die ambulante Psychotherapie werden von der gesetzlichen und den meisten privaten Krankenversicherungen übernommen.

Wenn Sie darüber nachdenken, eine Psychotherapie zu beginnen und Interesse an einer Behandlung in unserer Ambulanz haben, nehmen Sie über unser Sekretariat Kontakt zu uns auf, um einen Termin für ein Erstgespräch zu vereinbaren. Sollten Sie unsicher sein, ob unser Angebot das Richtige für Sie ist, so finden Sie unter der Rubrik Behandlung nähere Informationen zu Behandlungsanlässen, ersten Schritten auf dem Weg zu einer psychotherapeutischen Behandlung und unserem Behandlungsangebot. Darüber hinaus finden Sie in unserer Infothek weiterführende Informationen zu verschiedenen Störungsbildern und allgemeinen Anlaufstellen für Hilfesuchende.

Behandlungsanlässe

Es gibt eine Vielzahl an Gründen, die dazu führen, dass Menschen eine Psychotherapie in Erwägung ziehen. Dazu zählen Ängste, depressive Symptome (wie z. B. Niedergeschlagenheit, Freud- und Interessenverlust), Störungen des Essverhaltens, Zwänge (z. B. der wiederkehrende Gedanke, jemandem Schaden zufügen zu können oder zeitintensive Wasch- oder Kontrollrituale), sexuelle Probleme und Schlafstörungen. Aber auch psychische Belastungen durch Lebensveränderungen (wie etwa Arbeitslosigkeit oder eine schwere Krankheit) oder sich wiederholende Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen oder im Beruf können Anlass sein, sich mit der Möglichkeit einer Psychotherapie zu befassen. Weitere Beispiele, die psychotherapeutische Hilfe erfordern können, sind somatoforme Beschwerden, bei denen körperliche Symptome bestehen, für die keine medizinischen Ursachen gefunden werden können und psychische Probleme, die sich in Folge von außergewöhnlich belastenden (sog. traumatischen) Erlebnissen entwickeln.

Diese beispielhaft genannten Behandlungsanlässe gelten grundsätzlich auch für Kinder und Jugendliche, wenngleich sich seelische Probleme bei ihnen - in Abhängigkeit vom Alter und Entwicklungsstand - anders ausdrücken können als bei Erwachsenen (z. B. können körperliche Symptome, motorische Unruhe oder aggressives Verhalten Anzeichen einer depressiven Problematik sein). Auffälligkeiten bezüglich des Sozialverhaltens (z. B. Aggressivität, Wutausbrüche, Lügen, Stehlen), Schul- oder Trennungsangst, Entwicklungsstörungen (wie etwa Lese- und Rechtschreibstörung) sowie dauerhafte motorische Unruhe und Ablenkbarkeit im Rahmen einer Hyperaktivitäts-/Aufmerksamkeitsproblematik stellen weitere Beispiele für speziell bei Kindern und Jugendlichen häufig auftretende Problembereiche dar.

Für Hilfesuchende gibt es verschiedene Anlaufstellen.

Beginn einer Therapie

Der Weg zum Therapiebeginn:

Telefonische Terminvereinbarung

Erstgespräch

Diagnostik-Termin

Therapiebeginn

Das Erstgespräch erfolgt nach telefonischer Terminvereinbarung. Der erste Schritt besteht daher in der Terminvereinbarung für ein Erstgespräch über unser Sekretariat (0541 - 969 4753 oder 4856). Das Erstgespräch wird von erfahrenen Mitgliedern des Leitungsteams durchgeführt. Im Erstgespräch haben Sie die Möglichkeit von Ihrer Problematik zu berichten. Sie werden dann Informationen dazu erhalten, ob es sich bei Ihrer Problematik um eine psychische Störung handelt und welches Beratungs- oder Behandlungsangebot für Ihre Situation sinnvoll erscheint. Sollten wir Ihnen eine psychotherapeutische Behandlung in unserer Ambulanz empfehlen und sollten Sie dieses Angebot nutzen wollen, erfolgt nach dem Erstgespräch zunächst die Wartezeit auf einen freien Therapieplatz. Sofern eine Weiterbehandlung in der Poliklinischen Psychotherapieambulanz sinnvoll erscheint, werden Ihnen zur Vorbereitung der weiteren Behandlung Fragebögen zugeschickt, die der Klärung wichtiger problembezogener Fragen dienen. Sobald ein Platz frei wird, beginnen die sogenannten "probatorischen Sitzungen". Diese Sitzungen dienen in erster Linie der weiteren Diagnostik, dem Kennenlernen der Therapeutin oder des Therapeuten, der Formulierung der Therapieziele und der gemeinsamen Planung der folgenden Therapieschritte. Erst nach den probatorischen Sitzungen entscheiden Sie und Ihr Therapeut gemeinsam, ob eine Therapie begonnen und bei Ihrer Krankenkasse beantragt werden soll. Die Länge der Behandlung wird nach individueller Lage bestimmt und kann variieren.

Kosten

Die Kosten für eine ambulante Psychotherapie in unserer Ambulanz werden für gesetzlich Versicherte in der Regel von der jeweiligen Krankenkasse getragen. Bringen Sie daher bitte Ihre Versichertenkarte zum Erstgespräch sowie zu weiteren Sitzungen mit. Privatversicherten werden die Kosten einer Psychotherapie in der Regel ebenfalls durch die private Krankenversicherung erstattet, wobei Sie die für Sie geltenden Konditionen bei Ihrer Krankenkasse erfragen können. Privatversicherte oder Selbstzahler erhalten von uns eine Rechnung. Die Leistungen werden nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP) berechnet.

Allgemeine Informationen

In der Poliklinischen Psychotherapieambulanz der Universität Osnabrück erhalten erwachsene Patienten/innen sowie Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen eine ambulante psychotherapeutische Behandlung. Die Therapien werden von Psychologen/innen mit Diplom- bzw. Master-Abschluss bzw. (Sozial-)Pädagogen/innen mit Diplom- bzw. Master-Abschluss durchgeführt, die sich in fortgeschrittener psychotherapeutischer Ausbildung entsprechend dem Psychotherapeutengesetz befinden. Die ambulanten Psychotherapien werden nach gesetzlichen Vorgaben von erfahrenen Therapeuten/innen, sogenannten Supervisoren, begleitet. Diese Supervision gewährleistet eine hohe Qualität Ihrer Behandlung und bedeutet, dass ein/e erfahrene/r Therapeut/in die Behandlung mit beaufsichtigt. Ihr/e Therapeut/in wird daher im Rahmen der Supervision anonymisiert von therapierelevanten Inhalten berichten und Rückmeldungen dazu erhalten. Der Supervisor unterliegt ebenfalls der gesetzlichen Schweigepflicht. Hier finden Sie eine Liste der Supervisoren der Psychotherapieambulanz.

Als Hochschulambulanz mit enger Anbindung an die Universität Osnabrück werden die durchgeführten Behandlungen am aktuellen Forschungsstand ausgerichtet. Über die Behandlung psychischer Erkrankungen hinaus gehört es zu unseren Aufgaben und Zielen, die Ursachen und Entstehungsbedingungen solcher Erkrankungen zu erforschen und bestmögliche Behandlungsstrategien zu entwickeln. Auf der einen Seite erhalten Patienten eine hoch qualifizierte, wissenschaftlich kontrollierte Behandlung, auf der anderen Seite werden die Erfahrungen aus den Psychotherapien für neue Forschungsprojekte genutzt.

Behandlungsangebot für Erwachsene

Informationen zur Behandlung in der Poliklinischen Psychotherapieambulanz

Die Behandlungen in unserer Psychotherapieambulanz (Klosterstraße 29) erfolgen nach dem Verfahren der kognitiven Verhaltenstherapie.
Verhaltenstherapeu¬tische Ansätze basieren dabei alle auf den gleichen theoretischen Grundlagen. Sie gehen davon aus, dass menschliches Verhalten, Denken, Fühlen und teilweise sogar körperliche Reaktionen erworben, also erlernt werden und - wenn sie sich als unangemessen, problematisch oder belastend erweisen - verändert werden können. Dem Patienten soll durch die Therapie eine "Hilfe zur Selbsthilfe" ermöglicht werden. Dazu werden Methoden und Strategien vermittelt und Fähigkeiten ausgebildet oder gefördert, die es dem Patienten ermöglichen sollen, mit seinen Problemen besser umgehen zu können. Dabei wird, wenn nötig, auch die soziale Umgebung des Patienten in den Veränderungsprozess einbezogen. Zu den verhal¬tens¬therapeutischen Ansätzen gehören beispielsweise die Konfrontations¬therapie, das Problem¬lösetraining, kognitive (d. h. die Veränderung bestimmter Denkmuster betreffende) Therapieansätze oder das Entspannungstraining. Die Wirksamkeit verhaltensthera¬peu¬tischer Ansätze ist für viele psychische und psychosomatische Erkrankungen durch eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien belegt. Die angestrebte „Hilfe zur Selbsthilfe“ verlangt in einer Psychotherapie ein hohes Maß an Mitarbeit vom Patienten. Nicht allein das Verständnis der Ursachen eines Problems führt zu dessen Lösung. Für unsere Patienten bedeutet dies zu lernen, neue Erkenntnisse sowie veränderte Denk- und Verhaltensmuster in den eigenen Alltag zu integrieren, damit die Therapie nachhaltig wirken kann. Um dieses zu erreichen, sollten Sie für den Zeitraum Ihrer Behandlung neben der eigentlichen Therapiezeit mindestens den gleichen Zeitumfang für das Üben und die Umsetzung der neuen Erkenntnisse und Strategien in Ihren Alltag einplanen.

Behandlungsangebot für Kinder und Jugendliche

Informationen zur Behandlung in der Psychotherapieambulanz

Die Behandlungen in unserer Psychotherapieambulanz (Iburger Straße auf dem Gelände des Kinderhospitals) sind kognitiv-verhaltenstherapeutisch ausgerichtet. Der Begriff "Verhaltenstherapie" ist zunächst einmal irreführend, da es nicht die Verhaltenstherapie gibt, sondern ein breites Spektrum an Psychotherapieformen gemeint ist. Die verhaltenstherapeutischen Ansätze basieren dabei alle auf den gleichen theoretischen Grundlagen. Sie gehen davon aus, dass menschliches Verhalten, Denken, Fühlen und teilweise sogar körperliche Reaktionen erworben, also erlernt werden und - wenn sie sich als unangemessen oder problematisch erweisen - verändert werden können. Mit Hilfe der Verhaltenstherapie sollen bei Kindern und Jugendlichen durch gezielte Methoden und Strategien Fähigkeiten ausgebildet oder gefördert werden, welche sie im Sinne der „Hilfe zur Selbsthilfe“ dazu befähigen, eigene dysfunktionale Verhaltens- und Interaktionsmuster zu erkennen sowie deren Entstehung und Funktion zu verstehen, um diese letztlich durch funktionalere Verhaltens- und Interaktionsmuster zu ersetzen. Hierzu wird auch die soziale Umgebung (Familie, Schule, etc.) der Kinder und Jugendlichen in den Veränderungsprozess mit einbezogen.

In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen kommen kreative Methoden, Arbeitsblätter, Bilderbücher, Verhaltensexperimente, Rollenspiele zum Einsatz. Besonders bei jüngeren Kindern werden neben dem Sprechen weitere Aktivitäten in die Therapie einbezogen, wie beispielsweise Spielen, Zeichnen, Bauen oder auch andere Formen des konkreten Handelns, um Gefühle und Probleme besser verstehen und Lösungsmöglichkeiten entwickeln zu können. Die angestrebte „Hilfe zur Selbsthilfe“ verlangt von den Kindern und Jugendlichen sowie deren Bezugspersonen ein großes Maß an Mitarbeit, da die Lösung für ein Problem über das Verständnis der Ursachen eines Problems hinausgeht. Die Kinder und Jugendlichen müssen lernen, ihre neuen Erkenntnisse, veränderte Denk- und Verhaltensmuster in den Alltag zu integrieren, damit die Therapie nachhaltig wirken kann.

Um letztlich die neuen Erkenntnisse sowie die veränderten Denk- und Verhaltensmuster nachhaltig zu festigen, sollte für den Zeitraum der Therapie neben der eigentlichen Therapiezeit mindestens der gleiche Zeitumfang für das Üben und die Umsetzung der neuen Erkenntnisse und Strategien im Alltag der Kinder und Jugendlichen eingeplant werden.